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Tag der Gnade

Termine

Besetzung & Stab

Spiel:  Gregor Michael Schober & Marie-Louise Gutteck

Regie: Jan Käfer

Regieassistenz: Jan Termin

Bühne/Kostüme: Alexandra Tivig

Presse

Wiesbadener Kurier

Jan Käfer inszeniert Neil LaButes „Tag der Gnade“ in den Wiesbadener Kammerspielen

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Einakter von Neil LaBute


Was würde ein Mensch tun, wenn er die Chance bekäme, Tabula rasa zu machen und sein Leben ganz neu anzufangen? 

"Wir könnten durchbrennen. Jetzt wäre es sauber."

Sich tot stellen, ein neues Leben beginnen und das alte hinter sich lassen: den Job, die Ehe, die Hypothek auf das Haus. Irgendwo von vorn anfangen. Es ist der Traum, den fast jeder Mann träumt, wenn er morgens zur Arbeit fährt und abends heimkehrt.

Ein Mann und eine Frau haben sich in einem Apartment verschanzt. Die Ereignisse des Vortages setzen einen Schlusspunkt unter ihr bisheriges Leben: Ben Harcourt, Anfang dreißig, Ehemann und Vater zweier Töchter, hat seit einigen Jahren ein heimliches Verhältnis mit seiner Vorgesetzten, Abby Prescott, Mitte vierzig. Nur einem glücklichen Zufall verdankt er, der Katastrophe mit dem Leben und unversehrt entkommen zu sein. Nun sieht er die lang ersehnte Möglichkeit gekommen, die Brücken hinter sich abzubrechen und schlägt Abby vor, ein neues, gemeinsames Leben zu beginnen.

Die Idee, die nationale Krise für sich auszunutzen, bringt Abby in einen moralischen Zwiespalt. Sie beginnt, hin- und hergerissen zwischen Verstand und Gefühl, ihren Geliebten zu prüfen. Dabei erweist sie sich als gnadenlose Ermittlerin. Konfrontiert mit Abbys extremen moralischen und intellektuellen Ansprüchen, gerät der idealistische Ben in die Defensive. Verzweifelt verteidigt er sein Glücksversprechen und seine Liebe.

"Ich möchte den ground zero in unser aller Leben untersuchen, dieses weit offene Loch in uns selbst, das wir mit Kleidern von Gap zuzudecken versuchen, mit Parfum von Ralph Lauren und Handtaschen von Kate Spade. Warum sind wir bereit, hundert Meilen im Kreis zu laufen, nur um dann zu jemandem zu sagen: `Ich weiß nicht, ob ich dich noch liebe. Warum? Deshalb doch, weil Nikes billig sind, Herumlaufen so einfach ist und Ehrlichkeit die härteste und kälteste Währung auf dem gesamten Planeten darstellt."

Neil LaBute